Das gute alte Sparbuch
Das gute alte Sparbuch hat durchaus auch seine charmanten Seiten. Die Geldbewegungen lassen sich über die gesamte Lebensdauer nachvollziehen und das Geld ist sicher angelegt. Die moderne Variante in Form der Spar Card ist zwar zweckmäßiger, aber auch mit weniger Emotionen behaftet.
Das Sparbuch hat allerdings viele nützliche Funktionen verloren. War es in früheren Jahren freizügig, sodass der Kunde jeder Volksbank oder Sparkasse bundesweit bei jeder Bank der gleichen Gruppe Ein- und Auszahlungen vornehmen konnte, ist es jetzt an die das Sparkonto führende Bank gebunden. Wer Freizügigkeit möchte, muss die Variante der Spar Card akzeptieren, bei welcher einige Anbieter wie die Postbank sogar die weltweite Nutzung von Geldautomaten ermöglichen, wenn auch in einem jährlich begrenzten Umfang.
Der entscheidende Nachteil des Sparbuches, der genauso auch für die Kartenvariante gilt, ist die extrem niedrige Verzinsung, die teilweise unterhalb der Inflationsrate liegt. Viele Banken bieten Alternativen, bei denen der Zinssatz steigt, wenn bestimmte Ereignisse eintreten. Beliebt sind Fußball-Sparverträge, bei denen ein gutes Ergebnis der Nationalmannschaft bei einem Turnier oder auch jeder gewonnene Punkt eines Bundesligaclubs während der Saison zu einer Verbesserung der Rendite führt. Andere Modelle bieten einen wachsenden Zins bei zunehmendem Vermögen an oder orientieren sich bei ihrer Verzinsung am DAX.
All diesen Angeboten gemeinsam ist jedoch, dass eine Anlage in Festgeld oder Tagesgeld eine wesentlich bessere Rendite einbringt, wobei die Flexibilität beim Tagesgeld mit der des Sparbuches nicht nur mithalten kann, sondern diese auch noch übersteigt.
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