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Rentenfonds

Die Renten sind sicher. So lautete der mittlerweile fast schon legendäre Ausspruch des ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm. Innerhalb der Finanzmärkte trifft dieser Ausspruch aber zumindest auf Rentenfonds zu. Aber auch nur, bis die nächste Zinssenkung auf uns zukommt. Vielleicht ist die Aussicht auf eine sichere Rente auch der Grund, weshalb die namensgleichen Fonds immer noch zu den Lieblingen der deutschen Anleger gehören, und nach Aktienfonds die am meisten verkaufte Kategorie unter den Investmentfonds ausmachen.

Vielleicht liegt es aber auch an der Anlagestrategie. Rentenfonds investieren überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere. Zwei Arten der Fonds sind im Angebot. Rentenfonds mit dem Schwerpunkt auf Deutschland sowie mit europäischem oder gar internationalem Anlageschwerpunkt. In der Regel schütten Rentenfonds das erwirtschaftete Geld an die Anleger aus.

Der Gewinn stammt meist aus den Zinserträgen von Wertpapieren mit unterschiedlicher Laufzeit. Mit der Laufzeit schwanken auch die Erträge. Denn festverzinsliche Anlagen, die in Zeiten niedriger Zinsen gekauft werden müssen, weil das Geld der Anleger angelegt werden muss, bringen eben dementsprechend geringe Zinseinkünfte.

Interessant ist die Geldanlage in Rentenfonds vor allem in Zeiten hoher Zinsen. Während der Anleger in Hochzinsphasen primär vom Zinsniveau profitiert, kommen im Fall von sinkenden Zinsen sogar noch Gewinne aus steigenden Kursen solcher Papiere hinzu.

Inländische Rentenfonds haben einen Nachteil. Sie brauchen diese nämlich nicht. In Hochzinsphasen können Sie auch selbst die festverzinslichen Wertpapiere, zum Beispiel Bundesobligationen oder Schatzbriefe, kaufen. So erhalten Sie Zinsen und profitieren ebenfalls vom steigenden Kurs der Anlage, sollten die Zinsen wieder sinken. Zudem bezahlen Sie im besten Fall auch keinerlei Gebühren. In Zeiten niedriger Zinsen ist Ihr Geld am Aktienmarkt allerdings besser aufgehoben.

Etwas anders sieht die Situation auf den internationalen Finanzmärkten aus. Irgendwo sind immer gute Zinsen zu verdienen, könnte das Motto dieser Fonds lauten. Der Vorteil liegt ähnlich wie bei Aktienfonds in einer breiten Streuung über viele Länder und Währungen. So kommen einzelne Zins- und Währungsrisiken nicht so stark zum Tragen, wie bei einer Rentenanlage, die sich auf nur ein Land beschränkt.

Ihre Eigeninitiative lohnt übrigens im Vergleich zu international arbeitenden Rentenfonds nicht. Die Gebühren für den Kauf von ausländischen festverzinslichen Papieren sind oft so hoch, dass bei einer Direktanlage von der Rendite der Wertpapiere nicht viel übrig bleibt. Hier sind Rentenfonds die bessere Alternative.

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Rubrik: • Datum: 23|11|2008