Indexfonds
Datum: 23.11.08 • Kategorie: Geldanlage
Die meisten Investmentfonds leben davon, dass das Management versucht, die aussichtsreichsten Papiere aus dem Anlageuniversum des jeweiligen Fonds herauszufinden. Verspricht eine Aktie nicht mehr den Gewinn, den der Fondsmanager anstrebt, wird er sie gegen ein für ihn vielversprechenderes Wertpapier austauschen. Gleichzeitig möchte der Manager mit seinem Fonds auch besser, als seine Benchmark - wie zum Beispiel der Deutsche Aktienindex DAX oder der Euro Stoxx 50 - abschneiden.
Einen dieser Indizes zu schlagen, wird dem Anleger in Indexfonds nie gelingen. Dafür ist aber auch weniger Kreativität und weniger Managementaufwand erforderlich. Denn Indexfonds übernehmen einfach die Aktien, die in dem jeweiligen Index, in den der Fonds investiert, enthalten sind. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Entwickeln sich DAX oder Dow Jones Index gut, wird auch der Indexfonds, der in diese Indizes investiert, entsprechend profitieren. Geht dagegen der Index, in den Sie über einen Indexfonds investiert haben, auf Talfahrt, wird sich auch der Anteilspreis Ihres Fonds rückläufig entwickeln.
Die Fondsgesellschaft hat keine Möglichkeit, den Kursverlust auszugleichen, da die Bindung an den Index immer bestehen bleibt. Es ist jedoch den wenigsten Fondsmanager in der Vergangenheit gelungen, mit aktiv gemanagten Investmentfonds den Index zu schlagen. Aus diesem Grund ist der private Anleger mit einem Indexfonds gut beraten.
Bei den Indexfonds gibt es zwei Arten. Der klassische Indexfonds bildet den zugrundeliegenden Index 1:1 ab. Dagegen stimmt der sogenannte “indexnahe” Fonds nicht zu 100 Prozent mit den dem Index zugrundeliegenden Aktien überein. Die Ursache dafür ist eine Beschränkung durch den Gesetzgeber. Denn in einem Investmentfonds darf eine einzelne Aktie nicht mit mehr als 10 Prozent gewichtet sein.
Dadurch kann es bei einem DAX-Indexfonds schon zu Problemen kommen. Denn die Deutsche Telekom hatte während ihrer Blütezeit schon mehr als 10%, der Technologiekonzern Siemens ebenfalls. Der Ausweg führt die Fondsgesellschaften zu ähnlichen Titeln derselben Branche, die dem Kursverlauf des Index folgen. Neben den Fonds, die die großen Indizes abbilden, sind auch spezialisierte Anlageangebote am Markt. Diese versuchen Branchenindizes, wie zum Beispiel Rohstoffe, nachzubilden.
Noch gehören Indexfonds zu den Anlagemöglichkeiten, die bei uns wenig Beachtung finden. Der Grund ist, dass die Fondsgesellschaften mit Indexfonds weniger verdienen können und das Angebot folglich sehr gering ausfällt. In den USA kommen jedoch beinahe die Hälfte der aufgelegten Investmentangebote aus der Kategorie der Indexfonds.
Über eines täuscht der Name Indexfonds aber hinweg. Die Wertentwicklung für den Anleger folgt keineswegs genau der jeweiligen Benchmark, denn auch diese Fonds kosten Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge. Sie sind dennoch eine interessante Alternative. Denn die wenigsten klassischen Fonds schaffen es, den jeweiligen Vergleichsindex zu schlagen. Außerdem liegt die jährliche Gebührenbelastung von Indexfonds mit 0,5 bis 0,6% deutlich unter der von aktiv gemanagten Fonds.
So zeigt eine Statistik des Bundesverbandes Deutscher Investmentgesellschaften (BVI), dass nur etwa jeder zehnte in deutschen Aktien anlegende Fonds den DAX in der Wertentwicklung übertreffen konnte. Für den Anleger bieten Indexfonds noch einen weiteren Vorteil. Er weiß jederzeit, wie es um sein Investment steht. Indexfonds sind damit einfach zu überschauen.

