Der Aktiensplit - eine rein optische Massnahme
Aktiengesellschaften, die ihre Aktien splitten, möchten die Papiere optisch günstiger machen. Zunächst wandten hauptsächlich Investmentfonds das Verfahren an, vielleicht um Kleinanleger nicht abzuschrecken, die monatlich Fonds besparen. Diese Sitte wurde, wie so vieles an der Börse, aus den USA übernommen.
Dort richten die Gesellschaften ein besonderes Augenmerk darauf, dass ihre Papiere 100 Dollar nicht überschreiten. Nach den Investmentfonds gingen dann in Deutschland zunehmend auch Aktiengesellschaften dazu über, hohe Einzelwerte zu teilen.
Was bedeutet ein Aktiensplit für Sie?
Beispielsweise hatten Sie vorher in Ihrem Depot 50 Papiere zu 70 Euro, also einen Depotwert von insgesamt 3500 Euro. Dann werden die Aktien im Verhältnis 1:1 „gesplittet”. Im Depot befinden sich nun plötzlich 100 Titel. Allerdings hat jedes Papier nur noch einen Kurs von 35 Euro. Eine Wertveränderung ist durch den Aktiensplit nicht eingetreten. Es bleibt bei den 3500 Euro Gesamtwert. Bei einem Splitverhältnis von 2:1 sinkt der Kurs um 50 Prozent.
Clevere Anleger können aber von der Ankündigung eines Aktiensplits durchaus profitieren. Denn es ist bekannt, dass nach der optischen Verbilligung wahrscheinlich mehr Investoren in die Aktie einsteigen werden. So ist es gut möglich, dass der Kurs nach der Ankündigung zunächst zulegt. Allerdings erlischt die Phantasie nach erfolgter Teilung in der Regel recht schnell und die Kurse gehen wieder zurück, da versierte Anleger wissen, dass sich der Wert der Aktien im Grunde genommen nicht verändert hat.
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