Aktienhandel und Aktienbestand
Datum: 01.03.09 • Kategorie: Geldanlage
Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung ist der Aktienhandel im Laufe der vergangenen Jahre sehr stark angestiegen. Jedoch vollzog sich diese Entwicklung nicht stetig. Eine erste signifikante Zunahme des Aktienhandels erfolgte bereits in der Mitte der 1980er Jahre und die zweite zum Zeitpunkt der Technologiehausse gegen Ende der 1990er Jahre.
Zudem kann eine unterschiedliche Entwicklung zwischen dem Aktienhandel und dem dafür zur Verfügung stehenden Aktienbestand beobachtet werden. Beispielsweise hat der Aktienhandel von 1980 bis 2005 um den Faktor 170 zugenommen, während der Aktienbestand in diesem Zeitraum nur um das 15-fache anstiegen ist. Diese Diskrepanz zwischen Aktienhandel und Aktienbestand deutet darauf hin, dass Aktien verstärkt zu Spekulationszwecken genutzt werden.
Mit der Zunahme des Aktienhandels einhergehend, hat sich auch die durchschnittliche Haltedauer der Aktien stark verkürzt. Während diese in 1980 noch bei gut 10 Jahren lag, wurden Aktien im Jahr 2000 bereits nach sieben Monaten Haltedauer wieder verkauft. Dies entspricht einer Umschlaghäufigkeit von 160 Prozent im Jahr. Dagegen halten Valueanleger ihre Aktien in der Regel zwischen drei und fünf Jahren, was einer durchschnittlichen Umschlaghäufigkeit von etwa 20 bis 35 Prozent im Jahr entspricht. Es gibt aber auch Investoren, die nur etwa 10 Prozent ihrer Aktienbestände im Jahr austauschen und damit immer noch auf eine durchschnittliche Haltedauer kommen, wie sie zu Beginn der 1980er Jahre vorzufinden war.
In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung von Aktienbestand und Aktienhandel anhand von Daten der World Federation of Exchanges (WFE) dargestellt. Dabei umfaßt der Aktienbestand jeweils die weltweite Marktkapitalisierung aller Aktien am Jahresende. Dagegen setzt sich der Aktienhandel aus den gesamten Aktienumsätzen innerhalb eines Jahres zusammen.

Quelle: World Federation of Exchanges (WFE), Bundeszentrale für politische Bildung.

