Informationen zur Rente

Datum: 12.12.08 • Kategorie: Altersvorsorge

Beim gegenwärtig in Deutschland praktizierten Umlageverfahren werden mit den eingezahlten Beiträgen keine Ersparnisse gebildet, wird kein Kapitalstock aufgebaut, sondern die Einzahlungen werden praktisch umgehend an die Rentner ausgezahlt. Die gegenwärtigen Beitragszahler zahlen die Rente der gegenwärtigen Ruheständler, und die spätere Rente der gegenwärtigen Beitragszahler muss durch eine spätere Generation aufgebracht werden. Im Gegensatz hierzu werden in einem reinen Kapitaldeckungsverfahren die eingezahlten Beiträge verzinslich angelegt und erst später im Rentenalter des Beitragszahlers ausgezahlt. lm Kapitaldeckungsverfahren spart jeder Beitragszahler bei einem kollektiven System. Jede Generation spart den Kapitalstock für die eigene Rente an.

Die einzige Alternative zu übermäßig steigenden Beitrags (oder Steuersätzen) ist eine Absenkung des Rentenniveaus, wie sie auch im Rahmen der oft diskutierten Reformpläne des Bundesarbeitsministeriums vorgesehen ist. Nach diesen Plänen soll die gesetzliche Rente für die Arbeitnehmer, die im Jahr 2030 in den Ruhestand treten, nicht mehr 70, sondern nur noch 64% oder weniger des letzten Nettoeinkommens betragen. Diese Absenkung ist natürlich nicht unumstritten, aber nach Lage der Dinge unausweichlich. Klagen und Jammern hilft hier nicht weiter, denn mathematische Gesetzmäßigkeiten lassen sich ebenso wenig außer Kraft setzen wie die Entwicklung, die heute bereits mit großer Sicherheit prognostiziert werden kann.

Ob die Rente in den nächsten Jahrzehnten nun bei 64% gehalten werden kann oder noch weiter abgelenkt werden muss, spielt für die grundsätzliche Konsequenz keine Rolle. Diese Konsequenz lautet ganz einfach. Wer in Ruhestand seinen gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten will, wird zukünftig einen größeren Teil seines Alterseinkommens aus eigenen Ersparnissen sicherstellen müssen.

“Die Rente ist sicher”. Wir kennen alle diesen Spruch und wissen von wem er stammt. Nur mittlerweile kann die Regierung das Dilemma nicht mehr verschweigen. Ab Januar 2005 werden nun auch noch sämtliche Lebensversicherungen und Rentenpolicen besteuert. Man fragt sich mittlerweile, ob es überhaupt noch Sinn macht, Verträge abzuschließen. Denn ein Beschluß jagt den nächsten. Die Änderung der Änderung. Staatliche Förderung einerseits, Besteuerung der Kapitalanlagen andererseits.

So gut wie sicher gilt allerdings, dass die Rente eben nicht sicher ist. Ist doch auch logisch, wenn man überlegt, dass die Bevölkerung im Jahre 2000 noch bei Männern 70 Jahre sowie bei Frauen 78 Jahre alt wurden. So sind es laut Prognose im Jahre 2080 bei Männern 83 Jahre und bei Frauen bereits über 90 Jahre im Schnitt. Wenn wir uns zudem weiterhin über fünf Millionen Arbeitslose (Kinder, Jugendliche, Schüler und Studenten noch nicht mit einbezogen) erlauben, können wir das Kollabieren der Rente bald erwarten.

Die jährliche Inflation wird es auch in Zukunft geben. Was nicht zu erwarten ist, ist eine konstante jährliche Erhöhung der Renten. Somit bekommen wir automatisch Jahr für Jahr eine Rentenkürzung. Wer etwa im Jahr 2030 in Rente gehen möchte, der soll nach heutigen Wirtschaftsprognosen 50 Prozent des letzten Nettoeinkommens beziehen. Insofern auch 45 Jahre eingezahlt wurde. Die neue Ausrichtung ist, dass wir bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten müssen. Stellt sich momentan eher die Frage - wo?

Denn wer möchte denn die vielen “alten Greise” noch beschäftigen? Das Ziel ist klar. Rente mit 65 Jahren oder auch 67! Nur eben mit erheblichen Abschlägen, damit der Staat nicht kollabiert.