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Altersvorsorge: Auswirkung der Alterung

Die Rentendiskussion wird von einem Begriff bestimmt, dessen Bedeutung auf den ersten Blick kaum zu erfassen ist: “Demographischer Wandel”. Darunter versteht man die Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung, also im Anteil der jüngeren, mittleren und älteren Jahrgänge in der Bevölkerung.

Der demographische Wandel hat weitreichende Auswirkungen auf die Sozialsysteme, insbesondere auf das Rentensystem. Im folgenden lesen Sie, welche Bedeutung der Wandel für Ihre Private Altersvorsorge hat.

Risiken der Privaten Altersvorsorge

Der Angst vor dem “Asset Meltdown”, der Theorie, dass private Eigenvorsorge in einer Katastrophe endet, liegt die Annahme zugrunde, dass verstärkt Vermögenswerte von den Kapitalmärkten abgezogen werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der so genannten Baby-Boomer, die in den 50er und 60er Jahren geboren wurden, ab 2020/2030 in Rente gehen. Das Geld wird zur Finanzierung ihres Alterskonsums gebraucht.

Weil aber gleichzeitig die Bevölkerung schrumpft, dürfte es an den Märkten weit mehr Verkäufer als Käufer geben. Demnach müssten die Preise von Aktien, Wertpapieren und Immobilien deutlich fallen und die Vorsorge der nächsten Generationen entwerten und damit gefährden.

Prof. Dr. Axel Börsch-Supan, Direktor des Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) der Universität Mannheim, widerspricht dieser Annahme: “Dieses Horror-Szenario wird ausbleiben.” Er hat im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) demographische und ökonomische Simulationsrechnungen angestellt. Darin kommt er zu einer weitaus weniger dramatischen Einschätzung.

Allein durch die Demographie bedingt, wird sich die gesamtwirtschaftliche Kapitalrendite nur um rund 1,0 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent verringern. Daher werde es zu keinem “Asset Meltdown” kommen. Dieser Einschätzung legt Börsch-Supan folgende Tatbeständen zugrunde:

  • Die Baby-Boomer gehen nicht alle auf einen Schlag in Rente, sondern über 15 Jahre verteilt. Entsprechend verteile sich ein möglicher Rendite-Rückgang und sei pro Jahr kaum spürbar.
  • Bis 2050 werden noch viele Arbeitnehmer eine neue Kapital gedeckte Altersvorsorge aufbauen und damit den Kapitalabzug der Baby-Boomer kompensieren.
  • Deutschland werde im Jahr 2030 acht Millionen weniger Erwerbstätigen als heute (= ein Drittel) haben. Zukünftig brauche es mehr Produktivkapital, um die benötigten Waren und Dienstleistungen herzustellen. Der Kapitalbedarf pro Arbeitsplatz und damit die Anlagerendite werde entsprechend steigen.

Zusätzlich werde Deutschland zunehmend Produkte importieren müssen, um den Konsumbedarf zu befriedigen. Dafür werden deutsche Anleger mehr denn je in kapitalarmen, aber arbeitskräftereichen Ländern investieren, in denen die Kapitalrenditen höher sind, als hierzulande.

Private Vorsorge ohne Alternative

Angesichts der demographischen Entwicklung kann es nicht ausbleiben, dass die Altersvorsorge zunehmend problematisch wird. Erste Reformschritte, die in jüngster Zeit verstärkt Anwendung finden, Können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Rente bei weitem nicht so sicher ist, wie es von der Politik lange Zeit versprochen wurde.

Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, ist weitestgehend verlassen. Und auch wenn alternative Vorsorgewege (Privatvorsorge, betriebliche Altersvorsorge) gewisse Unsicherheitsfaktoren beinhalten, gibt es für die heutigen und zukünftigen Arbeitnehmergenerationen keine Alternative zu dieser Art der zusätzlichen Altersvorsorge.

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Rubrik: • Datum: 14|12|2008